Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Drahtseil</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Drahtseil"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.math.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Drahtseil rootpage-Drahtseil skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Drahtseil</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">


<p>Ein <b>Drahtseil</b> (auch: <i>Stahlseil</i>) ist ein <a href="Seil" title="Seil">Seil</a>, das aus <a href="Draht" title="Draht">Drähten</a> und nicht aus <a href="Faser#Naturfasern" title="Faser">Natur-</a> oder <a href="Kunstfaser" class="mw-redirect" title="Kunstfaser">Kunstfasern</a> besteht. Die Drähte sind aus <a href="Metall" class="mw-redirect" title="Metall">Metall</a>, in der Regel aus <a href="Stahl" title="Stahl">Stahl</a>.
</p><p>Der Begriff <i>Drahtseil</i> bezeichnet fast immer ein sogenanntes geschlagenes Seil, bei dem die Drähte zu Litzen bzw. <a href="Kardeele" class="mw-redirect" title="Kardeele">Kardeelen</a> und diese zum Seil verdreht, also <i>geschlagen</i> werden. Für spezielle Verwendungen gibt es auch <a href="Flechten_(Technik)" title="Flechten (Technik)">geflochtene</a> Seile. Die Seile großer <a href="H%C3%A4ngebr%C3%BCcke" title="Hängebrücke">Hängebrücken</a> bestehen dagegen aus vielen parallel liegenden, zusammengepressten Drähten. Dienen die Litzenseile oder Drähte zur <a href="Stromleitung" class="mw-redirect" title="Stromleitung">Leitung von elektrischem Strom</a>, werden sie <a href="Kabel" title="Kabel">Kabel</a> genannt.
</p><p>Die Verdrehung der Litzen (siehe dazu auch <a href="Schlagrichtung" title="Schlagrichtung">Schlagrichtung</a>) ist die Voraussetzung, dass sich ein Drahtseil, ohne zu brechen, mehrmals biegen und wie etwa bei <a href="Seilrolle" title="Seilrolle">Seilrollen</a> und den Seilscheiben von <a href="Seilbahn" title="Seilbahn">Seilbahnen</a> überhaupt umlenken lässt. Denn beim Biegen des geschlagenen Seils verzwirbelt oder entzwirbelt sich je nach Biegerichtung die Verdrehung an dieser Stelle, das gesamte Seil wird geringfügig kürzer oder länger und steht unter zusätzlicher <a href="Elastizit%C3%A4t_(Physik)" title="Elastizität (Physik)">elastischer</a> Zugbelastung oder Zugentlastung. Beim anschließenden zwangsgeführten Geradebiegen des Seils (nach der Umlenkrolle einer Seilbahn oder beim Abwickeln einer Seilrolle) wird die vorherige Verdrehung und Längenänderung wieder aufgehoben. Für beide Biegevorgänge (krumm biegen und wieder gerade biegen) ist Biegearbeit zur Überwindung der inneren Reibung der Litzen aneinander nötig (siehe dazu auch <a href="Seil#Gleichschlagseile" title="Seil">Seil#Gleichschlagseile</a>).
</p><p>Damit sich ein Seil unter Last nicht von selbst entzwirbelt und streckt, werden mehrere Seillagen im <a href="Schlagrichtung" title="Schlagrichtung">Gegenschlag</a> verzwirbelt übereinandergelegt,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> daraus resultiert die <a href="Torsion_(Mechanik)" title="Torsion (Mechanik)">Torsion</a>­ssteifigkeit des Seils, die das rückdrehende <a href="Drehmoment" title="Drehmoment">Kraftmoment</a> bewirkt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Während Seile aus parallel liegenden Drähten älter sind und schon von <a href="Marc_Seguin" title="Marc Seguin">Marc Seguin</a> für seine ab 1823 gebauten Hängebrücken verwendet wurden, wurde das geschlagene Drahtseil 1834 von Oberbergrat <a href="Julius_Albert" title="Julius Albert">Julius Albert</a> in <a href="Clausthal" title="Clausthal">Clausthal</a> erfunden. Die bis dahin im <a href="Oberharzer_Bergbau" title="Oberharzer Bergbau">Oberharzer Bergbau</a> verwendeten <a href="Kette" title="Kette">Ketten</a> wurden durch die Belastungen des Auf- und Abrollens geschädigt und brachen immer wieder, mit zum Teil verheerenden Folgen. Um das totale Versagen der gesamten Kette beim Brechen nur eines einzelnen Gliedes zu verhindern, startete Albert Versuche mit einem Drahtseil. Es bestand aus drei Litzen zu je vier Drähten aus <a href="Schmiedeeisen" title="Schmiedeeisen">Schmiedeeisen</a> von je 3,5&nbsp;mm Durchmesser. Das Seil war im <a href="Gleichschlag_(Seiltechnik)" class="mw-redirect" title="Gleichschlag (Seiltechnik)">Gleichschlag</a> (auch Albertschlag genannt) hergestellt. Erste Praxisversuche wurden erfolgreich im Februar 1834 in der <a href="Grube_Caroline_(Clausthal)" title="Grube Caroline (Clausthal)">Grube Caroline (Clausthal)</a> durchgeführt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung">Herstellung</h2></div>
<p>Das <i>Schlagen</i> der Drähte geschieht auf den <a href="Verseilmaschine" title="Verseilmaschine">Verseilmaschinen</a>. Dabei trägt ein drehbarer <i>Verseilkorb</i> eine gewisse Anzahl von Draht<a href="Haspel" title="Haspel">haspeln</a>, von denen die Drähte durch den <i>Verseilkopf</i> (eine Scheibe mit der entsprechenden Anzahl von Löchern) bis zum Lager laufen und dabei wendelförmig um einen Kerndraht geschlungen werden. Die aus dem Lager auslaufende fertige Drahtlitze wird wiederum auf einer Haspel aufgewunden. Die Verseilung kommt durch das Zusammenwirken von Zug an der Litze und gleichzeitiger Drehung des Verseilkorbes zustande. Das so erzeugte Produkt wird als <i>Spiralseil</i> bezeichnet, sofern es in dieser Form z.&nbsp;B. als Abspannseil eingesetzt wird. Litzen sind dagegen zur weiteren Verseilung bestimmt.
</p><p>Im nächsten Arbeitsgang werden mehrere Litzen von einem weiteren Verseilkopf um eine Einlage herum zum fertigen Seil geschlagen. Die Einlage kann aus Natur- oder Kunstfasern, einem Stahldraht mit oder ohne Kunststoffumhüllung oder aus einem Kunststoffprofil bestehen. Die meist verwendeten Litzenseile sind zweifach verseilt, es gibt jedoch auch Seile mit mehreren Lagen.
</p><p>Dem Flechten liegt die <a href="Flechtformel" title="Flechtformel">Flechtformel</a> zugrunde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hersteller">Hersteller</h2></div>
<p>Die Drahtseil-Industrie im deutschsprachigen Raum ist mittelständisch geprägt. Sie koordiniert sich in der Drahtseil-Vereinigung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konstruktion">Konstruktion</h2></div>



<p>Die Drähte, aus denen Drahtseile zusammengesetzt sind, bestehen im Normalfall aus unlegiertem Stahl mit einem hohen Kohlenstoffgehalt von 0,4 bis 0,9&nbsp;%. Die sehr hohe Festigkeit der Drähte wird durch Kaltziehen erzeugt.
</p><p>Wegen der höheren Seillebensdauer werden meist Gleichschlagseile eingesetzt, bei denen sich die Drähte der Drahtlagen nicht kreuzen. Die Seile heißen <a href="Gleichschlag_(Seiltechnik)" class="mw-redirect" title="Gleichschlag (Seiltechnik)">Gleichschlagseile</a>, wenn die Litzendrähte dieselbe Schlagrichtung haben wie die Litzen selbst, und sie heißen <a href="Kreuzschlag_(Seiltechnik)" class="mw-redirect" title="Kreuzschlag (Seiltechnik)">Kreuzschlagseile</a>, wenn die Schlagrichtung entgegengesetzt ist.
</p><p><span id="Litzenseil"></span><span id="Rundlitzseil"></span>Als <i>Litzenseil</i> oder <i>Rundlitzenseil</i> wird die einfache Form des Seils bezeichnet, bei der die außenliegenden Litzen sichtbar sind. Sie können blank, verzinkt oder mit verschiedenen Kunststoffen in unterschiedlichen Farben ummantelt sein. Seile mit der zusätzlichen Bezeichnung <i>Seale</i> haben Litzen aus einer Stahleinlage, einer Lage dünnerer und einer Lage dickerer Drähte. <i>Warrington-Seale</i> bezeichnet Seile mit einer Drahteinlage, zwei Lagen dünnerer Drähte und einer Lage dickerer Drähte. Handelsübliche Seile haben Durchmesser von 1,5 bis zu 60&nbsp;mm.
</p><p>Bei einem kompaktierten oder verdichteten Seil werden die außenliegenden Litzen durch einen Ziehstein geführt und dadurch abgeflacht. Dadurch wird der Seildurchmesser reduziert, und das geglättete Seil läuft leichter über <a href="Rolle_(Physik)" title="Rolle (Physik)">Rollen</a> und <a href="Seilscheibe" title="Seilscheibe">Seilscheiben</a> oder durch die Hülle eines <a href="Bowdenzug" title="Bowdenzug">Bowdenzugs</a>. Bei anderen Litzenseilen werden die Litzen so auf eine Einlage aus einem Kunststoffstab gepresst, dass der Kunststoff den Innenraum zwischen den Litzen vollständig ausfüllt, was die Litzen stabilisiert und ihre Berührung verhindert.
</p><p><i>Verschlossene Seile</i> haben eine äußere Lage aus Profildrähten, die so ineinandergreifen, dass das Seil eine glatte Oberfläche aufweist und weitgehend vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz geschützt ist. Ihre Außendrähte können beim Bruch nicht aus dem Seilverband austreten. <i>Vollverschlossene Seile</i> haben zum besseren Schutz zwei solche Lagen aus Profildrähten. Sie werden meist als Tragseile für <a href="Pendelbahn" title="Pendelbahn">Seilbahnen</a> verwendet. Es gibt vollverschlossene Tragseile mit einem Durchmesser von 90&nbsp;mm, einer Mindestbruchkraft von 918&nbsp;t und einem Gewicht von 48&nbsp;kg pro Meter.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Vollverschlossene Tragseile können auch mit integrierten <a href="Elektrische_Leitung" title="Elektrische Leitung">Strom-</a> und <a href="Lichtwellenleiter" title="Lichtwellenleiter">Lichtwellenleitern</a> ausgerüstet sein.
</p><p>Bezeichnungen wie <i>6×7</i> bedeuten, dass das Seil aus 6 Litzen mit jeweils 7 Drähten besteht. Ein <i>6×19 Standard</i>seil hat demnach 6 Litzen, die aus jeweils 19 Drähten bestehen; ein <i>8×36&nbsp;WS</i> hat 8 Litzen mit je 36 Drähten in der Bauart Warrington-Seale. Buchstaben wie <i>FC</i> (<i>fibre core</i>) bezeichnen eine Fasereinlage, <i>NFC</i> eine Einlage aus Naturfasern, <i>SFC</i> eine aus Synthetikfasern und <i>WC</i> eine Stahleinlage.
</p><p>Nach ihrer Konstruktion (Aufbau) sind die Drahtseile nach DIN EN 12385 in Klassen aufgeteilt. Außerdem sind darin die Seilgrößen definiert.
</p><p>Begrenzende Faktoren für die <a href="Zugfestigkeit" title="Zugfestigkeit">Zugfestigkeit</a> oder die Länge eines Seiles sind nicht nur die Größe der Verseilmaschinen, sondern häufig auch das Gesamtgewicht der <a href="Kabelrolle" class="mw-redirect" title="Kabelrolle">Kabelrolle</a> mit dem fertigen Seil und die Transportmöglichkeiten zum Einsatzort.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung">Verwendung</h2></div>


<p>Drahtseile werden in unterschiedlichen Größen und Arten zu den verschiedensten Zwecken verwendet, angefangen vom dünnen und biegsamen Zugseil für die <a href="Gangschaltung" title="Gangschaltung">Gangschaltung</a> am <a href="Fahrrad" title="Fahrrad">Fahrrad</a>, dem weniger biegsamen und stärkeren <a href="Bowdenzug" title="Bowdenzug">Bowdenzug</a> für die Bremsen und den eher steifen Halterungen für Halogenleuchten, über Seile zur Bedienung medizinischer Untersuchungsgeräte, die Seilzüge für die Steuerung von Flugzeugen, besonders schwarze Seile für den <a href="Schn%C3%BCrboden_(Theater)" title="Schnürboden (Theater)">Schnürboden</a> von Theatern, über unterschiedliche Seile für <a href="Aufzugsanlage" title="Aufzugsanlage">Aufzüge</a> und das Heben von <a href="Schleuse" title="Schleuse">Schleusentoren</a>, für <a href="Seilwinde" title="Seilwinde">Winden</a>, <a href="Bagger" title="Bagger">Bagger</a>, <a href="Kran" title="Kran">Krane</a>, <a href="Seilablaufanlage" title="Seilablaufanlage">Seilablaufanlagen</a> und <a href="Seilbahn" title="Seilbahn">Seilbahnen</a> bis zu den Seilen für <a href="Schr%C3%A4gseilbr%C3%BCcke" title="Schrägseilbrücke">Schrägseilbrücken</a>. Auch zur Abspannung von Sendemasten kommen im Regelfall Drahtseile zum Einsatz.
</p><p>Eine weitere wichtige Anwendung sind elektrische Leiter von Freileitungen (hier werden häufig Seile verwendet, die aus Stahl und Aluminium bestehen) und für Drahtantennen, wie sie bei manchen Sendeantennen für Längst-, Lang-, Mittel- und Kurzwelle verwendet werden.
</p><p>Einfache Litzenseile sind zwar elastisch, dehnen sich aber unter Lasteinwirkung, werden dadurch dünner und drehen sich bei freihängenden Lasten. Seile haben aber unterschiedlichste Anforderungen zu erfüllen. Durch besondere Konstruktions- und Herstellungsmethoden werden bestimmte Seile daher besonders elastisch und flexibel, um über kleine Rollen zu laufen, und haben günstige Dauerbiegewechseleigenschaften. Bei anderen wird ein geringer Verschleiß betont. Wieder andere sind hochtemperaturbeständig oder amagnetisch oder besonders korrosionsresistent. Aufzugseile sollen einen möglichst gleichbleibenden Durchmesser haben, um in den Antriebsscheiben nicht zu rutschen. Seile für die Abspannung von Masten und ähnliche Halteseile sollen wenig ausdehnbar sein, sie werden deshalb manchmal im Werk vorgereckt. Tragseile von Seilbahnen sollen sich unter den Rollen wenig biegen und für einen ruhigen Lauf äußerlich glatt und vibrationsarm sein. Anschlagseile sollen große Lasten tragen, aber an den Kanten der Last nicht brechen und sich auch nicht verdrehen.
</p><p>Die vier wesentlichen Seilarten sind:
</p>
<ul><li>Laufende Seile (Litzenseile) sind durch Zugkräfte und durch schwellende Biegung beim Lauf über Seilscheiben beansprucht.</li>
<li>Stehende Seile (meist Spiralseile) sind durch Zugkräfte – meist nur wenig schwellend – beansprucht.</li>
<li>Tragseile (verschlossene Seile) werden durch Zugkräfte und über Tragrollen durch Querkräfte belastet. Die Tragseile nehmen dabei wegen der Seilbiegesteifigkeit nicht die Krümmung der Tragrollen an.</li>
<li>Anschlagseile (Litzenseile) werden durch Zugkräfte, aber vor allem durch Biegung bei der meist recht scharfen Umlenkung an der Last beansprucht.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zubehör"><span id="Zubeh.C3.B6r"></span>Zubehör</h3></div>

<p>Um Seile als Seilstrecke zu verwenden, wird ein <a href="Seileinband" title="Seileinband">Seileinband</a> montiert. Es gibt umfangreiche Varianten, wie zum Beispiel Pressklemmen, um ein Aufdröseln des Seilendes zu verhindern, <a href="Kausch" title="Kausch">Kauschen</a> zur Verstärkung eines Seilauges, <a href="Spannschloss" title="Spannschloss">Spannschlösser</a>, Wantenspanner und so weiter. Nur von erfahrenen Spezialisten anwendbar sind schließlich die speziellen <a href="Spannstahl#Spanngliedverankerung" title="Spannstahl">Spanngliedverankerungen</a> im <a href="Spannbeton" title="Spannbeton">Spannbetonbau</a> und die Rückverankerungen der Tragseile von Seilbahnen.
</p><p>Werden zwei Seilenden miteinander verbunden, weil beispielsweise das Seil als Seilring verwendet wird, kommt die <a href="Seill%C3%A4ngsverbindung" title="Seillängsverbindung">Seillängsverbindung</a> zum Einsatz.
</p>
<div style="clear:both;"></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Seilbruchkraft">Seilbruchkraft</h2></div>
<p>Die <a href="Seilbruch" title="Seilbruch">Seilbruchkraft</a> von Drahtseilen wird vom <a href="Durchmesser" title="Durchmesser">Durchmesser</a> (<i>d</i>), dem Füllfaktor (<i>f</i>), dem Verseilfaktor (<i>k</i>) und der <a href="Festigkeit" title="Festigkeit">Festigkeit</a> (<i>R<sub>m</sub></i>) des Stahls bestimmt. Als Durchmesser (<i>d</i>) gilt der größte Außendurchmesser des Seils (Kantenmessung). Der Füllfaktor bestimmt den Anteil des Stahlquerschnitts am Gesamtquerschnitt. Der Verseilfaktor ist bauartbedingt; Seile haben immer eine um etwa 5 bis 15&nbsp;% niedrigere Festigkeit als die Summe der Festigkeit der einzelnen Drähte.
</p><p>Die Mindestbruchkraft (<i>MBK</i>), das heißt die Kraft, die das Seil im <a href="Zugversuch" title="Zugversuch">Zugversuch</a> mindestens erreichen muss, wird dann nach folgender Formel berechnet:
</p>
<dl><dd><span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }={\frac {f\cdot R_{m}\cdot k\cdot d^{2}\cdot \pi }{4}}}">
<semantics>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mstyle displaystyle="true" scriptlevel="0">
<msub>
<mi>F</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<mi mathvariant="normal">i</mi>
<mi mathvariant="normal">n</mi>
</mrow>
</mrow>
</msub>
<mo>=</mo>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mfrac>
<mrow>
<mi>f</mi>
<mo>⋅<!-- ⋅ --></mo>
<msub>
<mi>R</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi>m</mi>
</mrow>
</msub>
<mo>⋅<!-- ⋅ --></mo>
<mi>k</mi>
<mo>⋅<!-- ⋅ --></mo>
<msup>
<mi>d</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mn>2</mn>
</mrow>
</msup>
<mo>⋅<!-- ⋅ --></mo>
<mi>π<!-- π --></mi>
</mrow>
<mn>4</mn>
</mfrac>
</mrow>
</mstyle>
</mrow>
<annotation encoding="application/x-tex">{\displaystyle F_{\mathrm {min} }={\frac {f\cdot R_{m}\cdot k\cdot d^{2}\cdot \pi }{4}}}</annotation>
</semantics>
</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/bd9dadeb6b8fb899264d5593bcc6b650cbb7bbce.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -1.838ex; width:24.651ex; height:5.676ex;" alt="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }={\frac {f\cdot R_{m}\cdot k\cdot d^{2}\cdot \pi }{4}}}" loading="lazy"></span></dd></dl>
<p>Für die vielverwendeten Parallelschlagseile mit Stahleinlage und der Festigkeit <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle R_{m}=1770\,\mathrm {N/mm^{2}} }">
<semantics>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mstyle displaystyle="true" scriptlevel="0">
<msub>
<mi>R</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi>m</mi>
</mrow>
</msub>
<mo>=</mo>
<mn>1770</mn>
<mspace width="thinmathspace"></mspace>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">N</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mo>/</mo>
</mrow>
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<msup>
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mn>2</mn>
</mrow>
</msup>
</mrow>
</mstyle>
</mrow>
<annotation encoding="application/x-tex">{\displaystyle R_{m}=1770\,\mathrm {N/mm^{2}} }</annotation>
</semantics>
</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/224940f98341458ec508020f92f54e7afdcfa2b7.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -0.838ex; width:19.406ex; height:3.176ex;" alt="{\displaystyle R_{m}=1770\,\mathrm {N/mm^{2}} }" loading="lazy"></span> ist zum Beispiel die Mindestbruchkraft nach DIN-EN&nbsp;12385:
</p>
<dl><dd><span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }=630\,\mathrm {N} \cdot \left({\frac {d}{1\,\mathrm {mm} }}\right)^{2}}">
<semantics>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mstyle displaystyle="true" scriptlevel="0">
<msub>
<mi>F</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<mi mathvariant="normal">i</mi>
<mi mathvariant="normal">n</mi>
</mrow>
</mrow>
</msub>
<mo>=</mo>
<mn>630</mn>
<mspace width="thinmathspace"></mspace>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">N</mi>
</mrow>
<mo>⋅<!-- ⋅ --></mo>
<msup>
<mrow>
<mo>(</mo>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mfrac>
<mi>d</mi>
<mrow>
<mn>1</mn>
<mspace width="thinmathspace"></mspace>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<mi mathvariant="normal">m</mi>
</mrow>
</mrow>
</mfrac>
</mrow>
<mo>)</mo>
</mrow>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mn>2</mn>
</mrow>
</msup>
</mstyle>
</mrow>
<annotation encoding="application/x-tex">{\displaystyle F_{\mathrm {min} }=630\,\mathrm {N} \cdot \left({\frac {d}{1\,\mathrm {mm} }}\right)^{2}}</annotation>
</semantics>
</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/e6f442d2309e74534a759cf103ef62a53b889fcf.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -2.505ex; width:25.595ex; height:6.509ex;" alt="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }=630\,\mathrm {N} \cdot \left({\frac {d}{1\,\mathrm {mm} }}\right)^{2}}" loading="lazy"></span></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bemessung">Bemessung</h2></div>
<p>Betrachtet werden laufende Seile, die in vielfältiger Weise eingesetzt werden. Bei Anwendungen, bei denen beim Bruch der Seile Personen oder Sachen zu Schaden kommen könnten, gibt es Normen zur Bemessung der Seiltriebe. Mit diesen Normen wird vor allem das Verhältnis von Mindestseilbruchkraft zur Seilzugkraft und das Verhältnis von Scheiben- und Seildurchmesser vorgegeben. Eine allgemein geltende Bemessungsmethode für Seiltriebe, die auch vielfach ergänzend zu den Normen eingesetzt wird, berechnet die fünf Bemessungsgrenzen:<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Arbeitsspielzahl (Seillebensdauer) bis zur Seilablegereife oder bis zum Seilbruch. Die Arbeitspielzahl muss den Anforderungen des Anwenders entsprechen.</li>
<li>Donandtkraft (Fließgrenze der Seildrähte je nach Biegedurchmesserverhältnis <i>D/d</i>). Strikte Grenze. Die Seilzugkraft <i>S</i> bei der Nennbeanspruchung muss kleiner sein als die Donandtkraft <i>SD1</i> (1-%-Grenze).</li>
<li>Gewaltbruch (Verhältnis von Mindestseilbruchkraft zur Stoßkraft). Das Verhältnis der Mindestseilbruchkraft zur Seilzugkraft <span class="mwe-math-element mwe-math-element-inline"><span class="mwe-math-mathml-inline mwe-math-mathml-a11y" style="display: none;"><math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" alttext="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }/S=2{,}5\dots 12}">
<semantics>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mstyle displaystyle="true" scriptlevel="0">
<msub>
<mi>F</mi>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mi mathvariant="normal">m</mi>
<mi mathvariant="normal">i</mi>
<mi mathvariant="normal">n</mi>
</mrow>
</mrow>
</msub>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mo>/</mo>
</mrow>
<mi>S</mi>
<mo>=</mo>
<mn>2</mn>
<mrow class="MJX-TeXAtom-ORD">
<mo>,</mo>
</mrow>
<mn>5</mn>
<mo>…<!-- … --></mo>
<mn>12</mn>
</mstyle>
</mrow>
<annotation encoding="application/x-tex">{\displaystyle F_{\mathrm {min} }/S=2{,}5\dots 12}</annotation>
</semantics>
</math></span><img src="./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/1048387ff7055001a583da2b86da1c8ee24b2cfa.svg" class="mwe-math-fallback-image-inline mw-invert skin-invert" aria-hidden="true" style="vertical-align: -0.838ex; width:19.021ex; height:2.843ex;" alt="{\displaystyle F_{\mathrm {min} }/S=2{,}5\dots 12}" loading="lazy"></span> je nach Art des jeweiligen Seiltriebs, teilweise in Normen bestimmt.</li>
<li>Ablegedrahtbruchzahl (Erkennbarkeit der Seilablegereife). Für Hubwerke, bei denen ein Lastabsturz durch Inspektion verhindert werden soll, sollte die Ablegedrahtbruchzahl auf einer Referenzlänge von 30-fachem Seildurchmesser mindestens <i>BA30</i>&nbsp;= 8 betragen.</li>
<li>Optimaler Seildurchmesser (Wirtschaftlichkeit). Bei gegebener Seilzugkraft und gegebenem Seilscheibendurchmesser wird mit dem optimalen Seildurchmesser die maximale Seillebensdauer erreicht. Der Seildurchmesser sollte so groß oder etwas kleiner als der optimale Seildurchmesser sein, da oberhalb des optimalen Seildurchmessers die Seillebensdauer wieder abnimmt.</li></ul>
<p>Die Berechnung dieser Grenzen ist relativ aufwendig. Ein Rechenprogramm,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das kostenlos genutzt werden kann, berechnet diese Grenzen.
</p><p>Vor der Benutzung dieser Methode müssen die effektive Seilzugkraft, die Art und Anzahl der Biegungen, die das höchstbeanspruchte Seilstück je Arbeitsspiel erfährt, und die ungefähre Länge dieses Seilstücks ermittelt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sicherheit">Sicherheit</h2></div>
<p>Die Drahtseile werden durch schwellende Spannungen, durch Verschleiß, durch Korrosion und in seltenen Fällen durch Gewalteinwirkungen beansprucht. Ihre Lebensdauer ist deshalb –&nbsp;von wenigen Ausnahmen abgesehen&nbsp;– endlich. Die sichere Anwendung der Drahtseile ist davon abhängig, dass ihre Ablegereife rechtzeitig entdeckt wird, bevor ein gefährlicher Zustand eintritt. Das wichtigste Ablegekriterium ist die Zahl der gebrochenen Drähte auf Bezugslängen. Die Bezugslänge von zum Beispiel 30-fachem Seildurchmesser ist eingesetzt, weil die Drähte wegen der Verseilung nach wenigen Windungen abseits von ihrem Bruch wieder vollständig mittragen. Es ist ein wesentlicher Vorteil der Drahtseile gegenüber anderen Zugmitteln, dass ein Teil der Drähte gebrochen sein kann, bevor die Sicherheit beeinträchtigt ist. Die Sicherheit wächst wegen der besseren Erkennbarkeit mit der Größe der Ablegedrahtbruchzahl.
</p><p>Beim Einsatz der Seile für die Personenförderung ist die sonst übliche visuelle und taktile Seilinspektion nicht ausreichend. Bei Aufzügen werden deshalb parallel tragende Seile und Fangvorrichtung zur Verhinderung eines Absturzes eingesetzt. Bei Seilbahnen und bei Schachtförderanlagen werden die Seile durch magnetische Verfahren im Durchlauf geprüft, mit denen auch innere Drahtbrüche entdeckt werden können.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Paralleldrahtseile"><span id="Paralleldrahtseil"></span> Paralleldrahtseile</h2></div>

<p>Paralleldrahtseile werden vor allem als Tragseile von <a href="H%C3%A4ngebr%C3%BCcke" title="Hängebrücke">Hängebrücken</a> eingesetzt. Sie sind so groß, dass sie früher nur direkt auf der Brücke selbst im sogenannten <a href="Luftspinnverfahren_(Drahtseil)" title="Luftspinnverfahren (Drahtseil)">Luftspinnverfahren</a> hergestellt werden konnten. Dabei wurde ein Hilfsseil so über die Pylone gezogen, dass es die gleiche Kurve wie das geplante Tragseil beschreibt. An dem Hilfsseil wurde eine sehr große Zahl einzelner Drähte nacheinander von einem hin- und herlaufenden Rad über die Brücke gezogen. Die Tragseile der <a href="Golden_Gate_Bridge" title="Golden Gate Bridge">Golden Gate Bridge</a> wurden auf diese Weise hergestellt. Jedes Seil besteht aus 27.572 einzelnen Drähten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die parallel nebeneinander liegenden und nicht verdrehten oder geschlagenen Drähte wurden so befestigt, dass alle Drähte die gleiche Last tragen. Abschließend wurden die Drähte ummantelt und von Seilklemmen zusammengepresst.
</p><p>Seit den 1960er Jahren werden auch vorgefertigte Paralleldrahtseile verwendet, die abgekürzt auch als <i>PPWS</i> für <i>P</i>refabricated <i>P</i>arallel <i>W</i>ire <i>S</i>trand bezeichnet werden. Dies war erst möglich, nachdem untersucht worden war, wie diese Seile auf Kabeltrommeln aufgewickelt werden können, ohne dabei bleibende Verformungen zu erhalten. Typischerweise werden 37, 61, 91 oder 127 Drähte zu einem sechseckigen Querschnitt zusammengefügt. Eine Kabeltrommel mit Parallelseil kann heute bis zu 85&nbsp;Tonnen wiegen. Die Technik wurde zuerst im großen Stil in Japan eingeführt. Beispiele für Brücken mit Tragkabeln aus vorgefertigten Parallelseilen sind die <a href="Jiangyin-Br%C3%BCcke" title="Jiangyin-Brücke">Jiangyin-Brücke</a> in <a href="China" title="China">China</a> oder die <a href="Kammon-Br%C3%BCcke" title="Kammon-Brücke">Kammon-Brücke</a> und die <a href="Akashi-Kaiky%C5%8D-Br%C3%BCcke" title="Akashi-Kaikyō-Brücke">Akashi-Kaikyō-Brücke</a> in <a href="Japan" title="Japan">Japan</a>.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Redewendung">Redewendung</h2></div>
<p>Als „Drahtseilakt“ bezeichnet man, außer der ursprünglichen akrobatischen Vorführung von <a href="Seiltanz" title="Seiltanz">Seiltänzern</a> auf einem Drahtseil, im übertragenen Sinne ein gefährliches oder schwieriges Unterfangen, bei dem der Durchführende die <a href="Gleichgewichtssinn" title="Gleichgewichtssinn">Balance</a> behalten muss.
</p><p>Menschen mit „Nerven wie Drahtseile“ gelten als psychisch extrem belastbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Arten">Weitere Arten</h2></div>
<ul><li><a href="Forstseil" title="Forstseil">Forstseil</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spezielle_Verwendungen">Spezielle Verwendungen</h2></div>
<ul><li>Im Zweiten Weltkrieg wurde die <a href="Oberndorfer_Fliegersperre" title="Oberndorfer Fliegersperre">Oberndorfer Fliegersperre</a> an einem Drahtseil über das Neckartal gespannt.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Peter Sedivy: <i>Vorlesungsunterlagen Seilbahnbau am Institut für Infrastruktur, Arbeitsbereich intelligente Verkehrssysteme, Universität Innsbruck, Sommersemester 2012</i> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://kupdf.net/download/seilbahnbau-skriptum-2012-innsbruck_5a26671de2b6f56350b5fcc6_pdf">PDF</a>; 86&nbsp;kB).</li>
<li><a href="Roland_Verreet" title="Roland Verreet">Roland Verreet</a>: <i>Drahtseile vor Gericht</i> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ropetechnology.com/downloads/brochures/bro_drahtseile-vor-gericht.pdf">PDF</a>; 43&nbsp;MB). Zusammenstellung von typischen und weniger typischen Drahtseilschäden in Text und Bild.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Steel_wire_ropes?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Drahtseile</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Cross_sections_of_steel_wire_ropes?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Schemazeichnungen verschiedener Seilquerschnitte</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Drahtseil" class="extiw external" title="wikt:Drahtseil">Wiktionary: Drahtseil</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4122120-5">Literatur von und über Drahtseil</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://video.tu-clausthal.de/film/178.html">Von Drähten und Litzen – Drahtseilherstellung anno 1834</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://video.tu-clausthal.de/film/179.html">Kolloquium – 175 Jahre Erfindung des Drahtseils</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cgahrens.de/edelstahlseile-bruchlastrechner">Bruchlastrechner für Drahtseile</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Seilfabrikation"><i>Seilfabrikation.</i></a> In: Otto Lueger: <i>Lexikon der gesamten Technik.</i> Abgerufen am 29.&nbsp;Mai 2023.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20111208042913/http://www.fatzer.com/contento/deCH/Archiv/tabid/170/language/de-CH/Default.aspx"><i>Dezember 2008: Produktion 90 mm Seile.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 8. Dezember 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>). In: <i>Fatzer.com.</i> Abgerufen am 29.&nbsp;Mai 2023.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">K. Feyrer: <i>Drahtseile, Bemessung, Betrieb, Sicherheit.</i> Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 2000, 2. Aufl. ISBN 3-540-67829-8.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ift.uni-stuttgart.de/suche/?lq=Seilleb1.xls&amp;true=&amp;q=Seilleb1&amp;sort=relevanz"><i>Seilleb1.xls.</i></a> In: <i>ift.uni-stuttgart.de.</i> Institut für Fördertechnik und Logistik. Universität Stuttgart,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 29.&nbsp;Mai 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADrahtseil&amp;rft.title=Seilleb1.xls&amp;rft.description=Seilleb1.xls&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.ift.uni-stuttgart.de%2Fsuche%2F%3Flq%3DSeilleb1.xls%26true%3D%26q%3DSeilleb1%26sort%3Drelevanz&amp;rft.publisher=Institut+f%C3%BCr+F%C3%B6rdertechnik+und+Logistik.+Universit%C3%A4t+Stuttgart">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Sediwy: <i>Vorlesungsunterlagen Seilbahnbau am Institut für Infrastruktur, Arbeitsbereich intelligente Verkehrssysteme, Universität Innsbruck, Sommersemester 2012</i> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://de.scribd.com/document/236071300/Seilbahnbau-Skriptum-2012-Innsbruck">online</a>), S. 22&nbsp;f.: Magnetinduktive Prüfung.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Infotafel im Foto des ausgestellten Seilstückes.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Cable Supported Bridges: Concept and Design</cite>. 3. Auflage. John Wiley &amp; Sons, 2011, ISBN 978-1-119-95187-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>88–89</span> (englisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20121026195755/http://ebooks.narotama.ac.id/files/Cable%20Supported%20Bridges;%20Concept%20and%20Design%20(3rd%20Edition)/Chapter%202%20%20Cables.pdf"><i>2. Cables.</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 26. Oktober 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), [PDF; <span style="white-space:nowrap">4,7<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>MB</span>; abgerufen am 29.&nbsp;Mai 2023]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Drahtseil&amp;rft.btitle=Cable+Supported+Bridges%3A+Concept+and+Design&amp;rft.date=2011&amp;rft.edition=3&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9781119951872&amp;rft.pages=88-89&amp;rft.pub=John+Wiley+%26+Sons" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4122120-5">4122120-5</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85147071">sh85147071</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00566671">00566671</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-10-17" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Drahtseil&amp;oldid=260671438">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>